NEWSLETTER No: 191

Liebe Clara-Sammler/innen,

am Di, 02.06., war ich für dieses Jahr zum ersten Mal auf der Sammlerhalde. Die Maßnahmen im Blick auf Corona fand ich in Ordnung und gut gelöst, auch wenn es manche auf der Halde mit dem Sicherheitsabstand nicht ganz so ernst nahmen, aber die gibt es ja immer ... Also Visier hochgeklappt, dann ziehen die in der Regel nach.

Was die Fundsituation angeht, hatte ich mir das ja eigentlich schon gedacht: Über die Feiertage kommt meist nichts Neues - ist ja auch klar, denn wer arbeitet auch an diesen Tagen? Von uns ja auch keiner.

Es gab vor der Fluorit- und vor der Baryt-Halde lediglich eine/zwei Fuhren, die den Eindruck machten, dass der Radlader da doch etwas Neues von drinnen gebracht haben könnte (allerdings nichts Interessantes dabei), der große Rest war zusammengeschoben und etwas gedreht.

Mein Eindruck war, von all dem bunten Material, das am Donnerstag / Freitag nach dem letzten Bericht wohl reichlich da war, gab es so gut wie nichts mehr (was auch andere bestätigten, die schon am Freitag auf der Halde waren) - wenn man von der Klopfstelle absieht, an der Hans-Peter, Thomas und Wolfgang Alwicher ihre Funde zerlegt haben, dort war es mit Abstand am buntesten 😉 - von dem restlichen minderen Material habe ich mir dann doch noch ein paar für mich als Mikromounter nette Stückchen mitgenommen , wenn's auch nichts Dolles war (Cornwallit, Malachit, blaues Crandallit-Zeugs).

Überraschungen erlebt man dann aber, wenn man seine Funde unters Mikroskop legt. Ich hab noch nichts sauber gemacht und nur mal oberflächlich drüber geschaut - jedenfalls fiel mir schon jetzt Folgendes auf - alles aus der "Diagonal"-Trum-Halde ganz rechts:

Im Nebengestein (Gneis) intensiv ziegelrot verwittertes Material - in einer kleinen "Druse" erweckt es den Eindruck, dass dieses Zeug auch Nädelchen ausbildet - muss ich mir nach Reinigung aber noch genauer ansehen.

In einem sehr zelligen Quarz mit etwas Mangangspuren  gab es grüne Bällchen von Agardit.

Gefunden habe ich außerdem von dem schon erwähnten Chalkopyrit, der sehr deutlich mit einem Silbermineral verwachsen ist. Leider mit ganz wenigen Drüschen, also das meiste (99 %) derb. Mal sehen, ob beim Öffnen der Drüschen etwas übrig bleibt, das sich als xx zu erkennen gibt.

In Fluorit mit etwas Sellait-Anteil gab es (leider) limonitisierten Magnesit, aber auch farblose bis blassgelbe spitz zulaufende Nadeln, die ich mir noch genauer ansehen muss. (Auch das könnte Magnesit sein, jedenfalls wurde solch ein Fund aus dem letzten Jahr (?) nach Auskunft des Finders als solcher analysiert).

Außerdem zeigte sich unter dem Mikroskop, dass das, was unter der Lupe wie wirre, als Reste von Perimorphosen übrig gebliebene Quarzkriställchen aussah, definitiv kein Quarz ist, sondern sehr kleine lattige klare xx. Das Zeug hat mir bisher leider noch keinen Namen verraten, aber vielleicht bringe ich es noch zum Reden ... 😉

Soweit meine Eindrücke vom 02. Juni.

Herzliche Grüße

Euer Jörg